Samreen Malik
Der Islam – Eine Religion, die oft mit Terror gleichgesetzt wird, obwohl Ihre Lehren dem genauen Gegenteil entsprechen. Der Wortlaut „Islam“ allein bedeutet „Hingabe zu Gott“ und Begriffe wie „Frieden“ und „Sicherheit“ fallen in den Wortstamm. Wie also kann eine Religion Unheil stiften, wenn sie den Ausdruck Frieden schon im Namen trägt? Merken Sie sich folgendes: Eine Religion vermittelt nicht negative Eigenschaften viel mehr sind es die Menschen, die es für essenziell erachten ihre eigenen Meinungen mit einfließen zu lassen oder versagen sich selbst die wahren Werte anzueignen und diese wahrheitsgemäß weiterzuvermitteln. Interpretation! Interpretation ist hier der passende Begriff. Das Christentum und der Islam haben verschiedene untergeordnete Glaubensrichtungen und diese basieren auf die Art und Weise, wie der Inhalt interpretiert und verstanden wird! Diese Tatsache, meine verehrte Leserschaft, finden wir doch uneingeschränkt überall. Gleich zu Beginn hatte ich angeführt das alles Gute sowie alles Schlechte von dem Verständnis aus geht. Das Verständnis aber kann so lange nicht erlangt werden bis man keinen Drang verspürt, es zu erlangen.
Das Kopftuch, wie im Teil eins bereits dargestellt, wird in den westlichen Staaten als eine Form der Freiheitsentziehung angesehen. Haben Sie, aber, sich jemals Gedanken darüber gemacht, wieso eine Großzahl an Frauen, die das Kopftuch tragen, ihre Freiheit freiwillig „aufgeben“? Diese Frage werde ich Ihnen beantworten. Eine Kopftuchträgerin gibt ihre Freiheit nicht auf, im Gegenteil, sie sieht ihre eigene Identität darin. Vielleicht erscheint dies Ihnen, meine verehrte Leserschaft, nicht nachvollziehbar. Wie kann man in einem Tuch, dass man sich über den Kopf zieht, seine Individualität, Persönlichkeit und Vollkommenheit finden? Die alltägliche Kleidung, die wir tragen, hat doch sicherlich einen Sinn, finden Sie nicht? Haben Sie sich jemals die Zeit genommen und überlegt, was der Sinn hinter der Kleidung sein könnte?
Die Antwort erscheint eindeutig: Um die Würde des Einzelnen zu schützen. Um die Individualität des Einzelnen zu wahren. Um die Geschichte, die die Haut des Einzelnen erzählt, zu hüten. Durch das Tragen von Kleidung wird fremden Menschen die Freiheit entzogen, über den Körper anderer zu urteilen. Das Kopftuch hat dieselbe Funktion. Sie bietet Schutz! Schutz vor Urteilen! Schutz vor Objektivierung! Das Kopftuch spricht eine Warnung aus: „Ich bin nicht interessiert an deinem Urteil!“ Es bildet eine Wand, damit so wenig physische Merkmale, wie möglich ersichtlich sind. Sie ist die Muschel zum Schutz der Perle.
Der bereits oben aufgeführte Bericht der Tagesschau, zitiert weiterhin:
„Das Kopftuch sei auch eine Trennung in die ordentlichen islamischen Mädchen, die ein Kopftuch tragen, und “in die Schlam[***], die Ungläubigen, die kein Kopftuch tragen”. Mit solchen Aussagen würden die Mädchen an Wiener Schulen zum Teil konfrontiert.“
- Tagesschau, 11.12.2025 (https://www.tagesschau.de/ausland/europa/oesterreich-kopftuchverbot-100.html)
Im heiligen Koran heißt es:
“O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Tücher tief über sich ziehen. Das ist besser, damit sie erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist allverzeihend, barmherzig.“
- Der Heilige Qur’an, Sura 33, Vers 60
Nun denken sich hier: „Ha! Hier ist doch der Beweis. Die Tageschau hatte also doch Recht!“, hier nun wieder: Lesen Sie genau! Es wird weder die Kopftuchtragende Frau als besser, würdevoller und noch die nicht-kopftuchtragende Frau als unwürdig oder als niedriger dargestellt. In diesem Vers, wird lediglich eine Begründung vorgelegt, wieso u.a. das Gebot des Kopftuches gültig gemacht wurde.
Der wahre Islam vertritt die Meinung, dass die Frau einem Diamanten, oder viel eher einem Juwel gleichzusetzen ist. Sie wird als existenzielle Trägerin der Gesellschaft angesehen, da alles menschliche Leben von ihr ausgeht. Somit gilt es sie zu schützen und zu wahren, d.h. nicht, dass sie eingesperrt werden soll und ab sofort ihre Rechte, Autonomie und Willen aufgeben soll. Im Gegenteil, es soll eine starke Metapher sein, damit eine Frau ihren Wert erkennt und sie erkennt, wie viel Respekt ihr eigentlich zusteht. Nun, in einigen Fällen aber tendieren die Menschen mit Gewalt den Frauen das Kopftuch aufzuerlegen. Das liegt, wie bereits begründet, darin, dass diese Menschen nicht in der Lage sind die Werte verständlich weiterzuvermitteln oder darin, dass die Frau nicht daran interessiert ist das Verständnis von dem Kopftuch zu erlangen. Auf dieser Grundlage neigen die Menschen aus Frustration zu nicht-tolerierbarerem Zwang und unverzeihlicher Gewalt, somit folgt, dass die Frau das Kopftuch, in den genannten Fällen, als Bürde und Einschränkung sieht. Der Ursprung dieser Konflikte basiert auf die Fähigkeit das Verständnis wahrheitsgemäß weiterzugeben bzw. die Motivation zur Erlangung des Verständnisses zu haben.
Der Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmadas, schreibt in Bezug auf Verschleierung bzw. Kopftuch (Hijab, Pardah):
“Das Buch Gottes bezweckt mit dieser Vorschrift nicht die Abgeschlossenheit der Frauen wie in einem Gefängnis. Dies kann nur die Meinung der Unwissenden sein, die die islamische Lebensweise nicht kennen. Der Zweck dieser Vorschrift ist, Männer und Frauen davon abzuhalten, ihre Blicke auf fremde Personen frei herumschweifen zu lassen und ihre Reize zur Schau zu stellen. Diese Regel trägt zum Guten für beide Geschlechter bei (…)”.
- (Philosophie der Lehre des Islam, Verlag der Islam, Ausgabe 1997)
Darüber hinaus möchte ich folgendes klarstellen: Im heiligen Koran wird zuerst der Mann angesprochen, seine Blicke zu Boden zu richten, Was auch eine Form der Keuschheit ist, und dann wird die Frau bezüglich der Bedeckung angesprochen.
Zu dem Artikel des österreichischen Nationalrates bezugnehmend:
„Es handle sich um eine Abwägung von Grundrechten, sagte Wiederkehr und betonte, dass jungen Mädchen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden müsse. […] Es gehe beim Kopftuchverbot an Schulen nicht um die Beschränkung von Freiheit, sondern um Schutz der Freiheit, betonte Yannick Shetty (NEOS). Denn sogenannte Sittenwächter würden versuchen, Mädchen vorzuschreiben, wie sie sich zu verhalten hätten. An diese gerichtet sagte Shetty: “In Österreich entscheidet nicht ihr über den Körper von Mädchen, sondern die Mädchen selbst”.“
- Parlament Österreich, 11.12.2025 (https://www.parlament.gv.at/aktuelles/pk/jahr_2025/pk1172)
Ich stimme dem zu, dass junge Mädchen und Frauen das Recht haben ein autonomes Leben mit selbstbestimmten Entscheidungen zu führen. Jede Straße hat zwei Enden, lassen Sie sie entscheiden, welche Richtung sie gehen möchten. Religion ist ebenso eine Frage der Identität, die nicht eingeschränkt werden darf, weder von sogenannten „Sittenwächter“ noch von der Regierung, „Zum “Schutz der kindgerechten Entwicklungs- und Entfaltungsfreiheit”“.
Meine verehrte Leserschaft, ich hoffe es ist mir gelungen Ihnen die Thematik des Kopftuchs ein wenig näher zu bringen und einige Ihrer Vorurteile aufzuklären. Wenn Sie dieses Schriftstück bis hier erreicht haben, ist es mir sicherlich gelungen Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, für die ich mich bei Ihnen herzlichst bedanke. Ich hoffe sehr, dass das Verständnis, dass Sie anhand dieser Auseinandersetzung gewonnen haben, Ihnen die Möglichkeit bietet, eine andere, die richtige, Perspektive gegenüber dem Kopftuch anzunehmen.